Die wichtigsten Betriebsparameter eines Vakuumtrockenschranks sind die langsame Druckentlastung, das Verbot der Verwendung explosiver Stoffe, die Verhinderung von Rückfluss und die Temperaturkontrolle. Die strikte Einhaltung der Start-/Stopp-Sequenz und die ordnungsgemäße tägliche Wartung sind unerlässlich.
I. Vorbereitung vor dem Betrieb
Umgebung und Erdung: Stellen Sie den Trockenschrank auf eine gut belüftete, trockene, korrosionsfreie und vibrationsfreie, ebene Fläche. Achten Sie auf einen Abstand von 30–50 cm zu anderen Bereichen, um eine ausreichende Wärmeableitung zu gewährleisten. Das Außengehäuse muss zuverlässig geerdet sein.
Geräteprüfung:
Die Türdichtungen müssen intakt und frei von Rissen sein. Bei Bedarf etwas Vakuumfett auftragen. Die Türverriegelungen müssen fest sitzen.
Der Ölstand der Vakuumpumpe sollte zwischen der Hälfte und zwei Dritteln des Sichtfensters liegen; das Öl muss klar und nicht emulgiert sein.
Die Rohrleitungsverbindungen müssen dicht und unbeschädigt sein.
Probenanforderungen: Brennbare, explosive, stark korrosive und flüchtige organische Lösungsmittel (wie Ethanol, Aceton und starke Oxidationsmittel) sind strengstens verboten.
Proben mit hohem Feuchtigkeits-/Lösungsmittelgehalt müssen bei Atmosphärendruck vorgetrocknet werden. Pulver-/Kleinpartikelproben müssen mit einem Schutzgitter am Vakuumanschluss versehen werden, um ein Ansaugen in die Pumpe zu verhindern.
Die Proben müssen flach liegen, nicht gestapelt werden und dürfen nicht mehr als die Hälfte des Kammervolumens einnehmen. Der Abstand zwischen den Proben und den Kammerwänden/Türen muss mindestens 5 cm, der Abstand zwischen den Trennwänden mindestens 2 cm betragen.
II. Inbetriebnahme und Betrieb
Türabdichtung: Schließen Sie die Kammertür und ziehen Sie den Türriegel gleichmäßig fest, um eine dichte Abdichtung zu gewährleisten.
Vakuumieren (zuerst evakuieren, dann heizen): Öffnen Sie das Vakuumventil → starten Sie die Vakuumpumpe → beobachten Sie das Vakuummeter. Sobald der eingestellte Wert erreicht ist (üblicherweise -0,08 bis -0,095 MPa), schließen Sie zuerst das Vakuumventil und schalten Sie dann die Vakuumpumpe aus. Wiederholen Sie diesen Schritt, falls das Vakuum nicht ausreicht.
Die Vakuumpumpe sollte nicht über längere Zeiträume ununterbrochen betrieben werden. Ein intermittierender Start-Stopp-Betrieb verlängert ihre Lebensdauer.
Temperaturregelung: Nach Stabilisierung des Vakuums schalten Sie die Heizung ein und stellen Sie die Temperatur ein (üblicherweise 40–80 °C, maximal ≤ 200 °C, modellabhängig).
Für wärmeempfindliche Proben: ≤ 40 °C. Bei Proben mit Lösungsmitteln evakuieren Sie diese zunächst auf Raumtemperatur, um das Lösungsmittel zu entfernen, und erhöhen Sie dann die Temperatur schrittweise, um ein Überkochen zu vermeiden.
Betriebsüberwachung: Temperatur und Vakuumpegel in den ersten 30 Minuten alle 15 Minuten aufzeichnen, danach stündlich nach Stabilisierung. Temperaturschwankungen ≤ ± 2 °C, Vakuumpegel stabil ohne kontinuierlichen Abfall.
Störungen (Überhitzung, Leckage, ungewöhnliche Geräusche, ungewöhnlicher Geruch): Heizung sofort abschalten → Vakuumventil schließen → Pumpe stoppen → Stromzufuhr unterbrechen und Fehler beheben.
Tür während des Trocknens nicht öffnen (Unterdruck kann die Glastür leicht zerbrechen und die Probe verspritzen).
III. Beendigung und Abschaltung (Wichtig: Rückfluss verhindern)
Heizung abschalten: Zuerst das Heizsystem ausschalten und auf unter 60 °C abkühlen lassen.
Langsame Druckentlastung (sehr wichtig): Das Entlüftungsventil langsam öffnen, um Luft allmählich einzulassen. Warten, bis das Vakuummeter auf Null zurückgekehrt ist (ca. 3–5 Minuten). Schnelle Druckentlastung ist strengstens verboten (sie kann die Probe verspritzen und die Kammer beschädigen).
Probenentnahme: Nach Sicherstellung des Druckausgleichs zwischen Innen- und Außendruck die Kammertür öffnen. Zum Entnehmen der Probe hitzebeständige Handschuhe tragen, um Verbrennungen zu vermeiden.
Abschaltsequenz: Heizung ausschalten → Vakuumventil schließen → Vakuumpumpe stoppen → Hauptstromversorgung trennen → Kammer reinigen.
IV. Sicherheitsvorkehrungen
❌ Tür unter Vakuum öffnen; Tür nicht ohne Druckentlastung öffnen, wenn die Temperatur über 80 °C liegt.
❌ Trockene, brennbare, explosive, stark korrosive oder leicht flüchtige Proben.
❌ Vakuumpumpe stoppen, ohne das Vakuumventil zu schließen (Rückfluss von Pumpenöl kann die Kammer verunreinigen).
❌ Stromversorgung mit nassen Händen bedienen; Betrieb mit mangelhafter Erdung.
V. Tägliche Wartung
Nach jedem Gebrauch: Auf unter 40 °C abkühlen lassen, die Innenkammer mit einem weichen, mit neutralem Reinigungsmittel angefeuchteten Tuch reinigen und trocken wischen. Zur Pflege den Dichtungsring leicht mit Silikonöl/Vaseline einreiben.
Vakuumpumpe: Pumpenöl alle 500 Betriebsstunden oder 3 Monate wechseln. Ansaugfilter reinigen, um Verstopfungen durch Staub zu vermeiden.
Bei längerer Nichtbenutzung: Tür zur Belüftung leicht öffnen, Stromzufuhr unterbrechen, gegebenenfalls einen sauberen Wassertank einsetzen und mit der Staubschutzhülle abdecken.